Angehörige – Mitfühlen, ohne mitzuleiden
Shownotes
Moderation: Maria Stradner Zu Gast: Dr. Sophia Reul, psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin Zu Gast: Nicole Prettenhofer, die ihre Tochter Lea seit Jahren durch eine Angststörung begleitet
Worum geht es in dieser Folge? Nicole erzählt offen von einem schleichenden Prozess: erste Anzeichen schon in der Volksschule, Kurzatmigkeit und Panikattacken vor allem im Schulalltag – und eine Diagnose, die erst Jahre später für Klarheit sorgte. Sie spricht über die Gratwanderung als Mutter mit psychosozialem Beruf, über die Frage „Trage ich Schuld?“ und darüber, wie wichtig es war, irgendwann auch selbst Hilfe anzunehmen. Dr. Sophia Reul ordnet das fachlich ein: Warum Angststörungen von außen so schwer zu begreifen sind, was „Mitfühlen, ohne mitzuleiden“ eigentlich bedeutet, welche Rolle Vermeidung und Schutzreflexe spielen – und warum es für Angehörige nie „zu früh“ ist, sich Unterstützung zu holen.
In dieser Folge sprechen wir über:
• Wie eine Angststörung beginnt – oft schleichend und schwer einzuordnen • Warum Außenstehende Angststörungen so schwer nachvollziehen können • „Mitfühlen, ohne mitzuleiden“ – wie man im Gefühl bleibt und trotzdem den Kopf behält • Die „Löwenmama“-Falle: Wenn Fürsorge zur Vermeidungsförderung wird • Die Schuldfrage – und der Weg zu „Ich bin nicht schuld“ • Selbstfürsorge für Angehörige: warum sie so wichtig und gleichzeitig so schwer ist • Was hilft, wenn Betroffene (noch) keine Hilfe annehmen wollen • Was eine Diagnose entlasten – und was sie auch verstellen kann • Finanzielle Unterstützung und Anlaufstellen für Familien • Wie aus einer Krise auch ein Stück Zusammenwachsen werden kann
Gedanken, die in Erinnerung bleiben
„Geh aus deiner Komfortzone hinaus.“ – Dieser Satz ihrer Tochter Lea hat Nicole überhaupt erst dazu gebracht, sich ihren eigenen Ängsten zu stellen und im Podcast zu sprechen.
Mitfühlen heißt mitschwingen, ohne den Kopf zu verlieren. Der entscheidende Unterschied ist, nicht aufzuhören zu denken – ins Gefühl mitzugehen, aber auch wieder herauszufinden.
Es gibt kein „zu früh“, um sich Hilfe zu holen. Wer das System früh öffnet und etwas Drittes von außen hereinholt, schafft Bewegung in festgefahrene Dynamiken.
Druck bringt nichts. Veränderung muss aus eigener Motivation kommen – mit gutem Beispiel voranzugehen wirkt oft mehr als jeder Appell.
Nicht zu streng mit sich selbst sein: „Ich bin keine schlechte Mutter, weil mein Kind eine Angststörung hat.“ Man kann begleiten, Halt geben und das Gefühl vermitteln, richtig zu sein – so, wie man ist.
Links & Ressourcen
• https://www.schwabe.at/lasea/ • Psychotherapeut:innen-Suche Österreich: https://www.psychotherapie.at/ • Hotline für Essstörungen (anonym & kostenlos, für Betroffene und Angehörige): 0800 20 11 20, Mo–Do 12–17 Uhr – hilfe@essstoerungshotline.at • Telefonseelsorge Österreich: 142 (rund um die Uhr, kostenlos) • Rat auf Draht (für Kinder, Jugendliche & Bezugspersonen): 147 (rund um die Uhr, kostenlos)
Wenn euch diese Folge geholfen hat, teilt sie – vielleicht ist da jemand in eurem Leben, der genau das jetzt braucht. Bis zur nächsten Folge!
Transkript anzeigen
00:00:00: Als Außenstehender oder Angehöriger schafft man es oft zwar mitzugehen in der Emotion, aber trotzdem auch noch den Kopf zu behalten.
00:00:07: Also das ist die Idealsituation.
00:00:09: Sag ich mal wenn man das schafft dann kann man stützen, kann man auch mit ins Gefühl reingehen kommt aber auch wieder raus und selber wieder raus.
00:00:16: Aber nicht der Löwenmama zu sein.
00:00:18: also das ist vielleicht doch das... Wo ich sagen würde, das war für die Lea manchmal nicht hilfreich in der ganzen Phase.
00:00:24: Auch wie sie noch kleiner war immer dieser Löwenmama zu sein mich davor hinzustellen möglichst alle Konflikte aus den Weg zu räumen wo sie gar keine Möglichkeit mehr gehabt hat das selbst zu regeln.
00:00:38: Herzlich willkommen und hallo bei Keine Angst vor der angst dem Podcast Sponsor bei La Seah.
00:00:44: Ich bin Maria Stradner und freue mich sehr dass ihr heute wieder dabei seid.
00:00:48: Wenn jemand in unserer Nähe unter einer Angststörung leidet, ob Partnerin Kind Bruder oder beste Freundin dann verändert das auch unser Leben.
00:00:57: Wir machen uns Sorgen wir wollen helfen und manchmal merken wir gar nicht dass wir dabei selbst immer mehr mitleiden.
00:01:04: genau darum geht es heute wie begleiten angehörige Menschen mit Angststörungen?
00:01:09: Wie bleiben sie dabei gesund und Einfüllsam.
00:01:12: Ich habe heute zwei besondere Gäste, Dr.
00:01:15: Sophia Reul ist psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin.
00:01:20: Hallo schön dass du da bist!
00:01:23: Und Nicole Brettenhofer.
00:01:25: sie begleitet seit Jahren ihre Tochter bei einer Angststörung.
00:01:28: Schön das du da bis Nicole.
00:01:31: Nicole, bevor wir in die Tipps und in die Theorie gehen möchte ich dass die Hörerinnen und Hörern dich und deine Geschichte erst einmal kennenlernen.
00:01:40: Also wie war das für Dich als Du zum ersten Mal gemerkt hast Deine Tochter hat mit Ängsten zu tun?
00:01:46: Und also sich dann als Angststörung herausgestellt hat.
00:01:50: Genau!
00:01:50: Zu Beginn würde ich euch gerne erzählen warum ich heute hier bin.
00:01:53: Ich habe der Einladung bekommen heute mit euch den Podcast aufzunehmen.
00:01:59: Mit dieser Einladung sind bei mir sehr viele Ängste hochgekommen, habe ich überhaupt was zu sagen und mache alles richtig oder falsch.
00:02:05: Und bin dann zu meiner Tochter Lea gegangen um dies heute auch geht und sie hat dann gesagt Mama geh aus deiner Komfortzone hinaus.
00:02:13: da habe ich mir gedacht okay die Lea versucht seit Jahren aus dieser Komfortzone hinauszugehen und deshalb bin ich hier und hab mich meinen Ängsten gestellt.
00:02:22: Das ist immer sehr froh drüber das ist schön
00:02:26: Genau.
00:02:26: und ansonsten, es war bei uns ein sehr schleichender Prozess.
00:02:29: Also wenn ich jetzt zurückdenke... Eigentlich schon in der Volksschule die ersten Symptome und Anzeichen da, wenn ich sie abkühlt habe nach der Schule.
00:02:37: Dass sie kurzatmig geworden ist mir nie wirklich auf meine Fragen was denn los ist eine Antwort geben hat können.
00:02:45: Ich hab dann oft gemerkt dass mich das selber so nervös gemacht hatte sich dann oft schon so grantig war beim Heimfahren.
00:02:50: also wir sind eine Viertelstunde im Auto gesessen Genau und dann sind einfach im Laufe der Zeit immer mehr Symptomen dazukommen oder Vermeidungsstrategien von ihr.
00:03:00: Also auch Geschichte.
00:03:01: Da kann ich mich erinnern, da war es in der Mittelschule.
00:03:03: Da waren wir auf einem kleinen familiären Festival, wo der Hubschrauber kommen ist.
00:03:08: Wo sich dann am Platz sehr schnell herumgesprochen hat, dass ein Kind abgeholt wurde, weil es von einer Biene gestochen ist.
00:03:14: Dazu hat sie ein Lied gespielt vom Sarah-Rudt Spirit Bird eines meiner Lieblingslieder und sobald das bei uns im Radog laufen ist, ist sie sofort in eine Kurzatmigkeit hineingangene und eigentlich eine kleine Panikadacke.
00:03:26: Das war also die ersten Anzeichen, wo ich gemerkt habe, vielleicht nicht normal, ganz stark die Ängste.
00:03:32: auch in der Mittelschule vor allem, wenn ich weggegangen bin.
00:03:37: Also sofort von der Schule bis zu meiner Arbeit waren es circa fünf Minuten mit dem Auto.
00:03:42: Sie hat sofort angerufen nach fünf Minuten Mama bist du schon in der Arbeit und wo bist du?
00:03:46: Und geht's dir gut?
00:03:48: Oft von der schule aus auch angerufen worden dass sie weint und das ist überhaupt nicht zuordnen können.
00:03:54: Also so war bei uns der schleichende Prozess.
00:03:56: Die Diagnose an sich haben wir tatsächlich erst vor zwei Jahren bekommen, sie ist jetzt achtzehn?
00:04:02: Wahnsinn!
00:04:03: Und das war dann für mich so... Ah ja es hat einen Namen.
00:04:09: Das ist dann oft so oder dass wenn man's dann benennen kann, dass es dann leichter war sind aber zumindest kann was mehr ums geht
00:04:17: Genau.
00:04:18: Also leichter würde ich es jetzt nicht sagen, aber einfach für mich oder für uns war so eine Bestätigung das das was wir immer schon wahrgenommen haben und wo wir sie durchbegleitet haben und in den Prozessen die mal eingegangen sind einfach dann doch schwarz auf falsche Bestätigungen zu haben.
00:04:35: Wie war es für dich in den Momenten, wo du gemerkt hast, dass das schwer ist?
00:04:38: Für sie hast du dich da gut abgrenzen können.
00:04:41: Du hast gesagt, das hat dir manchmal was verärgert – wie sehr hast du mitgelitten?
00:04:46: Ich habe im Jahr ein Sozialpädagogiker gestartet und dann lernte man ja sehr früh mit fühlen Ja und Leiden Nein.
00:04:55: Ich arbeite seit dem Jahr auch selbst im psychosozialen Bereich, wo es in der Praxis natürlich ist.
00:05:01: Also ich hatte immer versucht... mit Empathie hinein zu gehen, mitzufühlen und zu schauen was sie brauchen.
00:05:07: Ich habe das natürlich auch mit meiner Tochter probiert aber dadurch dass da die Beziehung ein ganz anderer ist funktioniert es natürlich oft nicht.
00:05:14: Es sind oft diese Fragen kommen warum mein Kind... Warum hat sie nicht dieses unter Anführungszeichen normale Leben wie jetzt all das gleiche Kinder?
00:05:24: Ja verständlich!
00:05:26: Sophia, die Nicole hat uns gerade beschrieben wie sich jetzt die Angststörung ihrer Tochter auch auf sie ausgewirkt hat.
00:05:33: Warum ist es manchmal schwer eine Angststörung als Außenstehender zu begreifen?
00:05:40: Ich würde sagen, grundsätzlich ist es ja erst mal nicht schwer für uns Angst als Gefühl nach zu empfinden.
00:05:47: Also ich fand das auch ganz schön, dass Beispiel mit dem Nicole eingestehen ist wie subjektiv eben so eine Angst der eigentlich sein kann.
00:05:54: also jeder hat vor anderen Dingen Angst und das ist eigentlich erstmal was was man gut nachvollziehen kann.
00:06:00: aber in dem Moment wenn wir über Angststörung sprechen oder ja doch Ängste die über das Maß, was wir als normal bezeichnen hinausgehen.
00:06:10: Dann sprechen wir ja oft von irrationalen Ängsten oder Ängste die einfach in ihrer Qualität und Quantität nicht mehr für jeden oder für die meisten nicht mehr nachvollziehbar ist.
00:06:20: Und dann wird es einfach schwierig oder nicht nachvollziebar hinzukommen.
00:06:25: natürlich auch noch dass das oft Symptome also gerade wenn man dies über Kinder spricht sind die Dinge ja oft gar nicht so werden.
00:06:32: Die Dinge ja gar nicht erst mal direkt formuliert.
00:06:35: Sondern oft hat man ja auch einfach die Situation, dass vegetative Symptome auftreten oder das in anderen Situationen, die gar nichts mehr mit dem Ursprung zu tun haben plötzlich irgendein Effektausbruch kommt und es ist gar nicht mehr so einfach zuzuordnen.
00:06:50: Also da sind so verschiedene Dinge, die eine Rolle spielen.
00:06:54: Jetzt gibt's ja auch verschiedene Arten von Angststörungen.
00:06:57: Wirken sich diese auch unterschiedlich auf das Umfeld aus?
00:07:01: Würde ich sagen Ja, auf jeden Fall!
00:07:05: Klassische Phobie, also das was man kennt als eine wir würden sagen etwas übersteigerte Angstreaktion auf einen bestimmten Reiz zum Beispiel in einer oder einem bestimmten Auslöser.
00:07:17: Also die klassische Spinnenphobie sage ich jetzt mal dass es etwas was im Alltag relativ leicht zu händeln ist würde ich sowohl für Betroffene als auch für Angehörige.
00:07:28: aber es gibt natürlich andere Dinge so wie die generalisierte Angstörung Teilweise wirklich alle Lebensbereiche irgendwann betrifft oder einnimmt.
00:07:38: Oder soziale Phobien, die dazu führen, dass man... gar nichts mehr oder viel gar nicht mehr alleine machen können.
00:07:46: Und das ist natürlich dann eine ganz andere Situation, oder halt auch Panikattacken die ja teilweise dazu führen dass ganz dramatische Situation entstehen wenn jemand sich damit nicht auskennt als Angehöriger.
00:07:57: dann gibt es Notarzt Einsätze oder Klinikbesuch oder so weil man erst mal das gar nicht zuordnen kann.
00:08:03: also das sind schon unterschiedliche Level würde ich sagen
00:08:05: Ja und ich stelle es mir auch extrem schwierig vor, so wie du das an Nicole am Anfang beschrieben hast.
00:08:12: Dass man wirklich unterscheidet was ist jetzt einfach eine kindliche Handlung oder was unter Anführungszeichen normal?
00:08:20: Wo fängt jetzt etwas an wo ich sage okay das ist jetzt vielleicht ist seine Angststörung.
00:08:25: das kann man ja als Angehöriger oft überhaupt nicht unterscheiden.
00:08:28: stellen wir vor!
00:08:30: Also das ist auch in vielen Fällen so und oft, dass es ja wie bei allen psychischen Erkrankungen eigentlich meistens etwas was sich über die Wiederholung erst irgendwie bewusst wird oder halt auch eigentlich auch erst anfängt Leiden zu erzeugen.
00:08:44: Wir haben gesprochen von Mitfühlen ohne mitzuleiten – das hört man auch oft aber es ist auch irgendwie ein bisschen widersprüchlich.
00:08:52: also wie ist das überhaupt möglich?
00:08:53: Dass man sagt Fühlt mit, aber man leidet nicht mit gerade wenn man so nah an einer Person ist der offensichtlich sehr schlecht geht in dem Moment.
00:09:03: Also ich würde ja sagen dass es eigentlich gar nicht wirklich möglich ist mit zu fühlen ohne mehr zu leiden.
00:09:09: sag ich jetzt mal das ist Wenn man da ist wenn man mitschwingt wenn man resoniert dann fühlt man auch die Emotionen.
00:09:17: Aber der entscheidende Unterschied ist, dass man vielleicht versuchen sollte oder es schaffen sollte nicht dabei aufzuhören zu denken.
00:09:25: Also sozusagen nicht den Kopf zu verlieren.
00:09:28: Wenn man überlegt das es häufig ein Problem ist... Bei jeder Form von psychischer Erkrankung oder Symptomen, nicht nur bei Ängsten aber vor allem auch bei Ägsten.
00:09:39: Dass wir aufhören zu mentalisieren, sprich wir sind nicht mehr in der Lage über uns selber, über unsere Umwelt, über die anderen sinnvoll nachzudenken sondern wir sind nun noch im Gefühl so und werden überflutet.
00:09:51: als Außenstehender oder Angehöriger, schafft man es oft zwar mitzugehen in der Emotion aber trotzdem auch noch den Kopf zu behalten.
00:09:58: Also das ist die Idealsituation sag ich mal wenn man das schafft dann kann man stützen, kann man auch mit ins Gefühl reingehen kommt aber auch wieder raus und selber wieder raus.
00:10:07: Das ist natürlich bei den eigenen Kindern ganz schwierig oder viel schwieriger als in einer professionellen Situation.
00:10:14: Aber trotzdem auch da ist das eigentlich der Weg, um da irgendwie immer wieder Abstand zu gewinnen.
00:10:18: Also nicht distanzieren im Sinne von rausgehen aus der Emotion sondern versuchen den Kopf zu behalten.
00:10:25: Nicole wie ist es dir da gegangen?
00:10:27: Ich stell mir ja vor der Schwingung ja dann andere Dinge an und mit jetzt bin ich selbst nutter.
00:10:32: Jetzt kann ich mal gut vorstellen wir haben bei unseren Kindern immer das Gefühl okay was war mein Anteil an der ganzen Saison?
00:10:38: aber das macht's ja noch einmal schwieriger.
00:10:40: Wie ist es dir da gegangen?
00:10:42: Man, du hast einen professionellen Background zusätzlich noch.
00:10:45: Ja also für mich war das schon auch manchmal sehr schwierig mit diesem professionellem Background zu haben, weil ich bin aus der Arbeit gekommen und arbeite mit Frauen mit psychischen Erkrankungen und bin dann nach Hause gegangen und meine Tochter hat ein paniker Dacke gehabt oder die irgendeine andere Symptome war da und ich bin quasi von meinem professionellen Beruf.
00:11:06: Eigentlich hätte ich in meiner Mammarolle schlüpfen sollen, aber war trotzdem weiter noch in einer Profession drinnen.
00:11:13: Und das war für mich dann oft sehr schwierig, da wirklich für mich auch diese Grenze zu wahren.
00:11:18: was ist noch gut für sie?
00:11:19: Was ist so viel, was sich an professioneller Hilfe anbietet und was du gerade erwähnt hast... Auch selbst immer wieder diese Frage, was ist mein Anteil daran?
00:11:29: Trage ich Schuld.
00:11:30: Wo habe ich sie von klein auf nicht gut begleitet und was hätte ich besser machen können?
00:11:36: Wo waren meine Fehler?
00:11:37: Was ist meinen Anteil an dem Ganzen daran?
00:11:40: Also da habe ich viele Abende dran
00:11:42: geknappert.".
00:11:43: Und inwiefern hat sich die Beziehung von dir und deiner Tochter verändert?
00:11:47: In diesen Jahren, man muss ja dazu sagen du hast eben erzählt.
00:11:50: Du hast jetzt eine sehr lange Zeit mit dem Thema begleitet.
00:11:55: Wie hat sie da die Dynamik verändert zwischen euch?
00:11:58: Die Dynamik war oft sehr schwierig... Ich muss dazu sagen, sie hatte jetzt nicht nur Kurzatmigkeit gehabt.
00:12:04: Vor allem der Übergang in die Oberstufe war es für Sie sehr schwierig und hat in der Schule fast täglich Panikartakten gehabt.
00:12:11: Mittlerweile wissen wir – das ist bei der Diagnose auch ausgekommen – dass die Angst hauptsächlich im Schul-Setting da ist.
00:12:17: Das war eben dann auch im Nachhinein natürlich für mich leichter zu verstehen.
00:12:22: Die Beziehung ist trotz allem eine gute Geblieben.
00:12:25: Wir haben eine sehr starke Verbindung zueinander.
00:12:28: Das finde ich sehr schön!
00:12:30: Sie ist dann in die Oberstufe gekommen und ihre Angststörung ist dann schlussendlich in einer anorexierenden Wose gemündet.
00:12:36: Und da war dann einfach viel zu sehr Druck von mir, dieses Selbstauferlegen – ich muss es alleine schaffen!
00:12:43: Da waren wir in keiner schönen Dynamik mehr drinnen, gehört dann auch zu schauen okay mein Kind muss essen mit allen möglichen Skills probiert und Werkzeugen, die ich aus meiner Arbeit kenne dazu schauen.
00:12:54: das war die Schwierigkeit dahinter.
00:12:56: Und wann hast du dir Hilfe geholt oder hast Du dir Hilfe gehört?
00:12:59: Ja,
00:13:00: das war leider auch viel zu spät.
00:13:02: Ich habe erst einmal geschaut, dass meine Tochter in ein gutes Netzwerk hineinkommt mit der Rebeutin.
00:13:08: Wir sind auf die BH gegangen und haben um finanzielle Unterstützung gebeten über die Kinderjugendwohlfahrt.
00:13:14: Wir haben auch flexible Hilfe zur Seite bekommen und erst wie das alles im Rahmen gewesen ist konnte ich mich zurücklegen und einmal durchatmen.
00:13:23: Und da habe ich erst mal angefangen zu spielen, wo stehe ich eigentlich?
00:13:26: Ich bin dann selber in Therapie gegangen, also ich hab mir auch Unterstützung
00:13:30: geholt.".
00:13:31: Das heißt das war ein Punkt, wo du jetzt rückblickend sagen würdest... Hätte ich früher machen sollen?
00:13:37: Ich hätte viel früher machen können.
00:13:39: Was mir in aller Zeit immer geholfen hat, war Austausch mit anderen.
00:13:43: Ich war immer sehr authentisch damit.
00:13:45: Wenn mich wer gefragt hat wie es mal geht habe ich nicht gesagt ja gut sondern ich hab ganz ehrlich gesagt so schaut's aus da bewegen wir uns gerade in dem Prozess immer drinnen.
00:13:54: das war mir sehr wichtig dann nicht irgendwas zu verheimlichen weil ich finde dass ist das alle alle Wichtigste.
00:13:59: der das nicht zu tabuisieren Genau, also der Austausch mit Freunden hat mir sehr stark geholfen.
00:14:05: Aber trotzdem ist das jetzt keine professionelle Hilfe.
00:14:10: Sophia was würdest du da sagen?
00:14:12: Was ist das Wichtigste dass man Angehörige auch wirklich unterstützt in diesem Zusammenhang?
00:14:18: Ja es sind verschiedene Punkte.
00:14:19: zum einen denke ich... Also es gibt nie einen irgendwie zu früh, um sich da Hilfe zu holen.
00:14:25: Wenn man irgendwie merkt und das man da überfordert ist oder dass sich da was anbahnt, dass man's vielleicht auch nicht einordnen kann, nicht zuordnen können, denke ich, es ist immer einfach mal eine Möglichkeit ja auch einfach meine Sprechstunde zu gehen oder mal ne Stunde zu machen bei Therapeuten und zu gucken, was kristallisiert sich da vielleicht auch raus?
00:14:44: Was steckt also dahinter?
00:14:45: Ich denke, da gibts kein Zu-früh!
00:14:47: Ja, ich denke es ist generell hilfreich das System möglichst früh zu öffnen.
00:14:52: Und also wirkliche Unterstützung kann alles sein was irgendwie längerfristig Veränderung ermöglicht und dass es eigentlich meistens am besten möglich, wenn man irgendwie jemand oder etwas Drittes reinholt.
00:15:05: Also da ist ein bisschen das eben diese Beziehungsdynamiken sich auch wieder verändern können und da ein bisschen spielerein kommt.
00:15:12: also deshalb ist es glaube ich immer gut, wenn Man sich von außen Hilfe dazu holt.
00:15:18: Also in irgendeiner Formers Selbstfürsorge weil Fürsorge für den anderen macht man eh die ganze Zeit wahrscheinlich.
00:15:24: Das ist ja noch mal ein ganz anderer Punkt auch, zu sagen gut, man muss irgendwie schauen dass man selber bei Kräften bleibt das man selber auch anderes sieht, dass man sich selbst irgendwie positiv ins Input wirklich ganz vielleicht hört es sich bisschen banal an aber wirklich irgendwie sich ja irgendwie Gutes und Schönes sieht wenn man sage ich mal immer die ganze zeit in so einer in so einer Glocke ist, sag ich mal.
00:15:48: Es ist ja wirklich auch eine Atmosphäre die einen umgibt und irgendwann das hatten wir vorhin schon als sich das mit dem Mentalisieren ansprach.
00:15:55: man kommt irgendwann nicht mehr raus und es geht nur wenn man offen ist andere Dinge zu erleben und wieder selber auch ein bisschen diese Situationen zu verlassen möglichst ohne sich schuldig zu fühlen weil das ist ja dann oft das Problem.
00:16:10: Ist dir das gelungen, Nicola?
00:16:11: Hast du geschafft dass du zwischendurch irgendwie ein Ausgleich in irgendeiner Form hattest oder
00:16:16: also in der ganz intensiven Zeit nicht.
00:16:19: Also da habe ich absolut keine Selbstfürsorge für mich mir genommen oder auch vielleicht glaubt es sich nicht haben kann.
00:16:25: gerade bei mir war dann wirklich der Punkt wo ihr dann gemerkt habt was die Mädels gut oder die Leer gut eingebettet ist in Therapie und das es ihr besser geht auch von ihrer Essstörung her, wo ich dann einfach einmal gesessen bin und gesagt habe Ich kann einfach nicht mehr.
00:16:42: War dann sechs Wochen im Krankenstand und bin eben da noch zu Therapie gekommen.
00:16:47: Und das war für mich dieses Gefühl Okay, ich muss nichts mehr alleine halten Ich kann da jetzt ein Stück weg hinausgehen und ich kann jetzt auf mich schauen, was brauche ich eigentlich in dem Ganzen?
00:16:59: Und das war für mich dann ein sehr starker Prozess.
00:17:02: Aber nicht der Löwenmama zu sein!
00:17:04: Das ist vielleicht auch das... Wo ich sagen würde, das war für die Lea manchmal nicht hilfreich in der ganzen Phase auch wie sie noch kleiner war.
00:17:11: Immer diese Löwenmama zu sein und mich davor hinzustellen, möglichst alle Konflikte aus dem Weg zu räumen wo sie gar keine Möglichkeit mehr gehabt hat um das selbst zu regeln.
00:17:22: also das war eigentlich für mich so im Nachhinein.
00:17:24: das wo ich sage dass war für Sie wahrscheinlich nicht sehr sehr hilfreich.
00:17:29: Bespricht sie solche Dinge auch miteinander tun, die leer?
00:17:32: Dass er jetzt im Nachhinein, dass du sagst wie es dir damals gegangen ist und dass sie das dir erzählt oder...
00:17:39: Ja wir führen sehr einen offenen Dialog.
00:17:41: Und auch wie ich dann einfach eine Woche mal nur auf der Couch gelegen bin und mir nicht gutgegangen ist war ich da immer sehr ehrlich mit ihr auch.
00:17:50: Das ist eben aufgrund unserer guten Beziehung, die in all diese Jahren nicht verloren gegangen ist.
00:17:56: Viele Sachen sind man einfach aus dem Nachhinein dann so... Man ist in diesem Prozess drin und man begleitet die Kinder.
00:18:02: jetzt im Nachhinen, denke ich mal wie oft bin ich mit in eine Vermeidung hineingangeln?
00:18:07: Zu schauen dass es gut ist für sie Plätze zu meiden oder da gibt's so viele Kleinigkeiten wo ich im nachhinen gemerkt hab aha ja da bin ich ziemlich mit geschwungen mit ihr.
00:18:18: Ja gut, aber das ist ja extrem reflektiert.
00:18:21: Dass du das überhaupt siehst und kann man da auch so viel an dich.
00:18:24: die Frage, kann man in der Situation überhaupt anders handeln?
00:18:28: Das sind nur allzu menschlich!
00:18:30: Also das ist sowieso insofern schon total schwierig weil... Wir haben es jetzt auch schon ein paar Mal gehört von Nicole, so was passiert ja meistens schleichend.
00:18:39: Ja?
00:18:40: Also oft beginnen das mit irgendwie kleinen... sind das kleine Dinge die vermieden werden und möchte.
00:18:45: kommt man zum einen an dem Punkt dass man natürlich in diesem Fall ist das Kind aber einfach nicht belasten möchte dann kommen aber auch so Dinge hinzu, dass ein System auch einfach zu funktionieren hat.
00:18:58: Es muss ja auch irgendwie weitergehen!
00:18:59: Man muss irgendwo hin, man hat ein Alltag, man muss irgendwie irgendwie Anrufe tätigen Man muss von A nach B, dann übernimmt man die Sachen.
00:19:09: Also auch in anderen Situationen, wenn es der Partner ist oder so, dann fährt man halt selber die Strecke mit dem Auto und dann macht man's halt.
00:19:15: Weil man will ja weiterkommen.
00:19:19: Und solange das aber funktioniert bleibt natürlich auch die Veränderungsmotivation gering.
00:19:26: Also damit möchte ich nicht sagen, dass kein Leidensdruck besteht bei der betroffenen Person.
00:19:28: Aber trotzdem ist es der Druck wirklich das zu verändern ist dann nicht vorhanden und die Vermeidungsstrategien sind doch wirklich teilweise... Das ist extrem was da so zusammenkommt an Ideen und auch vor allem an Abhängigkeiten wie man sich seine Situation einrichten kann, dass man möglichst drum herum kommt.
00:19:50: nicht jede Person natürlich sofort, sei es jetzt Partner-Kind oder wer auch immer auch sofort in Therapie möchte.
00:19:58: Oder das jetzt in irgendeiner Form als richtig geachtet in dem Moment?
00:20:03: Was können da jetzt Angehörige tun?
00:20:05: wenn jetzt der Partner das Kind jemand in der Nähe quasi keine Hilfe annehmen will dann ist man komplett machtlos daneben oder?
00:20:14: Ja?
00:20:16: also es ist eine große Hilflosigkeit.
00:20:18: ich denke man kann mit gutem Beispiel vorangehen oder auch klarmachen, dass man sich selber eben helfen lässt.
00:20:25: Dass man selbst bereit ist auf seine eigene Situation zu gucken und dass man auch selber bereit ist irgendwie sich zu verändern weil oft hat das ja auch dieses Du bist falsch und geh mal zur Therapie und dann sind alles besser Und das ist ja oft nicht die Wahrheit.
00:20:38: Überhaupt auch diese Dynamik, ich würde auch nicht immer fragen, wieso kümmert sich der eine und der andere nicht?
00:20:43: Oder der eine hat Ängste, sondern eher ist die Frage so wie ist diese Dynamika überhaupt entstanden?
00:20:49: Das wird dir in einem System auch getragen wenn man da auch selber bereit ist zu sagen Hilfe anzunehmen, sich zu verändern.
00:20:54: Ich glaube es kann auf jeden Fall dazu führen dass auch die anderen sich trauen.
00:20:59: Ja.
00:21:00: aber also Druck bringt da leider nie irgendwas.
00:21:03: Das ist ja auch so selbst, wenn dann zu einer Therapeut-Therapeutin geht, wenn da keine eigene Motivation hintersteht, dann wird das sehr schnell wieder ein Ende haben.
00:21:12: also es ist einfach etwas was schon aus seinem Selbst dann herauskommen muss.
00:21:17: Nicole wie war das bei euch?
00:21:19: Ist deine Tochter dasselbst massiv von vornherein bereit eine Therapie zu machen oder war das dein Vorschlag oder wie ist das gekommen?
00:21:27: Ja, sie war bereit.
00:21:28: Also die Idee ist natürlich von mir kommen wo ich einfach an den Punkt dann da war, wo ich gesagt habe, ja, ich kann nicht mehr und das schaffen wir nicht.
00:21:35: Unsere Mutter-Kindbeziehung leidet irgendwann runter.
00:21:38: Wir gehen in Therapie, haben eine Therapeuten gehabt mit der es am Anfang nicht so gut geklappt hat und sind dann eben zu ihrer Therapeutin gekommen, die sich durch die erste Krisenzeit wahnsinnig toll durchbegleitet hat.
00:21:50: Sie nimmt es auch wirklich an.
00:21:52: Also sie hat das nie abgelehnt und ich sage auch immer, sie hat eigentlich ein wahnsinnig schönes Geschenk bekommen mit den jungen Jahren mit achtzehn.
00:22:00: Sie schaut sich ihre Themen jetzt an wo sich manche Menschen mit vierzig oder fünfzig immer noch davor schauen sich die Themen anzuschauen was mir in dem ganzen Prozess immer wieder geholfen hat, weil Ängste sind ja so schwer zu begreifen.
00:22:14: So wie du dir schon gesagt hast, zu vier.
00:22:16: Ängsten sind irrational.
00:22:18: also da kommt man mit irgendeinen rationalen Denken und viel reden und erklären und das ist ja alles ein Blödsinn überhaupt nicht weit.
00:22:25: ich selbst habe Flugangst.
00:22:26: Ich weiß es ein bisschen, wie sich das anfühlt.
00:22:29: Wenn dann auch Menschen auf dich einreden und sagen ja bitte ist das sicherste Verkehrsmittel überhaupt?
00:22:34: Und da passiert ja nichts Ja schön aber mir geht's trotzdem nicht gut wenn ich im Flugzeug drinnen sind.
00:22:40: Das hat mir immer geholfen.
00:22:43: Die ganze Jahre versucht der Lehr nicht das Gefühl zu geben, falsch zu sein.
00:22:48: Sondern sie so anzunehmen wie sie ist.
00:22:50: die Ängste sind da, die Symptome sind da die auf unterschiedlichsten Ebenen waren und auch immer wieder anders mit Panikadacken oder mit Selbstverletzung dann auch weil der Druck zu groß wurde Kurzatmigkeit oder sie hat zeitlang große Menschenansammlungen gemieden weil sie Angst gehabt hat wenn ihr jemand auf den Kopf greift dass er Hinblutung bekommt.
00:23:11: also Da habe ich hier immer versucht, einfach das Gefühl zu geben sie ist nicht falsch in dem Ganzen und es ist ein Teil von ihr.
00:23:20: Und wir können da aber gut durchgehen wenn sie dort hinschaut und für sich erfahrt wo liegt eigentlich die Wurzeln an dem Ganzen.
00:23:27: Und jetzt ist es ja so, wir haben darüber gesprochen.
00:23:30: das ist jetzt ein sehr langer Prozess schon.
00:23:32: wie hast du's geschafft dass du wirklich in der Zeit nicht komplett ausbrennst?
00:23:36: Du hast gesagt du hast dann die Therapie angefangen und ist es von da an für dich leichter geworden?
00:23:41: in irgendeiner Form?
00:23:42: oder hat sie denn Kramatisch etwas geändert für dich selbst?
00:23:46: Ich würde sagen, das war auch ein schleichender Prozess.
00:23:48: Sie kann jetzt auch nicht sagen, dass war es jetzt, wo ich gedacht habe, passt ist alles gut.
00:23:54: Das ist echt sehr schwer zu sagen!
00:23:57: Ich habe viele, viele Abende.
00:23:59: Wenn die Kinder in Bait gewesen sind, bin ich auf der Couch gesessen und hab das Gefühl gehabt, ich kann nicht mehr ... Wie soll es noch möglich sein, dass ich kann?
00:24:08: Aber es ist einfach dein Kind!
00:24:10: Und da kann man sich nicht entscheiden wie bei einem Partner okay, es ist mir zu viel, ich trenne mich jetzt... Es ist ein Kind und meine Kinder kommen bei mir an erster Stelle und da habe ich einfach gewusst ok, dann müssen wir jetzt irgendwie durch und ich bin schlafen gegangen und ich habe Gott sei Dank einen sehr guten Schlaf Und der hat mich wirklich aus vielen Situationen krettet, weil ich bin am nächsten Tag aufgestanden und haben mir gedacht.
00:24:31: Okay!
00:24:32: Und wir gehen es wieder an.
00:24:34: Weltwir sind da so überspitzt ausgedrückt.
00:24:37: Glaubst du dann irgendwann den Punkt zurückgesorgt hast oder wirst du für dich selbst gedacht hast?
00:24:41: Oder ist dieser Punkt schon da jetzt einmal aus dem Gröbsten draußen?
00:24:46: Der Punkt ist definitiv da.
00:24:47: Und da hat sicher die Diagnose, wo man Schwarz auf Weiß dann noch einmal viel mitgewirkt, weil wir da erst wirklich für uns verstanden haben, was wirklich den schulefernen Anteil daran hat.
00:24:59: Und wir haben uns dann oder die Leer hat sich dazu entschlossen, die Schule zu schmeißen.
00:25:04: Oder mit der Schule aufzuhören und eine Lehre zu beginnen.
00:25:07: Sie ist letztes Jahr im September dann ein sehr leerer Floristin.
00:25:11: begonnen war jetzt auch das erste Mal in der Berufsschule vor dem ich wahnsinnig großes Bauch gekappt habe.
00:25:17: sie war in Wien noch sehr weit weg von mir so dass war bei mir dann auch so okay in in wien und Ich bin nicht neben.
00:25:23: wie soll das funktionieren?
00:25:25: Aber es hat echt sehr, sehr toll funktioniert und sie hat ein super Zeugnis gehabt.
00:25:30: Und hat dann sogar Urkunde bekommen und am Preis gewonnen für den dritten Platz, für den schönsten Blumenstrauß und das hat der wahnsinnig viel Selbstvertrauen wieder mitgegeben.
00:25:41: Na vorschön!
00:25:42: Also ja wir sind aus dem gröbsten draußen und im Nachhinein gesehen hat uns das sicher noch einmal stärker zusammenwachsen lassen?
00:25:51: obwohl natürlich das Familiensystem auch sehr drunter gelitten hat.
00:25:54: Ich habe im Jahr zwanzig-zwanzig noch ein Kind bekommen.
00:25:58: von einem neuen Partner, also in der ganz schwierigen Phase ist ein neuer Partner in die Familie kommen, wo es manchmal sehr schwierig war für ihn damit zu gehen und das überhaupt zu verstehen – für mich war das alles normal!
00:26:10: Und da eben für mich auch diese Zerreisprobe.
00:26:13: Da für die Kinder, also für die Lea speziell da zu sein.
00:26:16: Meine andere Tochter, die Selina, der ist psychisch nicht so gut gegangen in der Phase und ein Kleinkind noch zu betreuen.
00:26:22: Und daneben noch einen Partner, den ich da auch irgendwie in das System mit eine holen kann.
00:26:27: Die Beziehung wurde dann auch kurz oder lang sehr, sehr schwierig geworden und ist in einer Trennung gemündert.
00:26:33: im Moment sind wir wieder so ein bisschen am Schauen an welcher Richtung es gehen kann aber das war sicher nicht Auch für das ganze Familiensystem keine leichte Phase.
00:26:42: Das kann man vorstellen.
00:26:44: Sophie, wir haben den Nicole hat gerade das angesprochen mit der Diagnose ein sehr wichtigen Punkt.
00:26:50: Wenn ich das richtig verstanden habe ist es generell so dass wenn eine Diagnese vorliegt dass das für die Betroffenen aber auch für die Angehörigen etwas verändern kann
00:27:02: kann.
00:27:03: Ich erlebe das immer wieder, dass es oft etwas Entlastendes hat und ich glaube du hast es auch genauso formuliert und gesagt, das ist halt dein
00:27:09: Name.".
00:27:10: Das hat erst mal wirklich oft den Effekt, dass man sich auch verstützen kann.
00:27:14: Dass man mit anderen sich verbinden kann, denen es ähnlich geht und überhaupt danach suchen kann.
00:27:20: Es gibt ein bisschen was Greifbares.
00:27:22: Also es kann auch den Infekt haben, dass das so manchmal auch irreführend ist finde ich.
00:27:28: Es kommt oft auch Konstellationen von Diagnosen oder es kommen manchmal Patienten zu mir mit einem Straußern-Diagnosen wo ich denke okay also... Das beschreibt alles mögliche aber nicht!
00:27:39: Also da muss man immer schauen, ich finde es gibt beides.
00:27:42: Aber wenn man natürlich so lange ohne Klärung durchgehalten hat kann das natürlich sehr hilfreich sein und dann irgendwie mal so wenigstens eine Richtung hat.
00:27:51: Wenn ihr jetzt abschließend noch aus eurer Perspektive Nicole aus deiner Perspektiv mit einer Erfahrung an andere Angehörige denkt Du hast gesagt du hast Kontakt gepflegt zu anderen Angehöregen Gibt es da was, wo du sagst, du hast ein Dip oder irgendwas, was du weitergibst?
00:28:10: Wo du sagste, das hat mir extrem geholfen.
00:28:13: Oder bitte tust des!
00:28:14: Oder machts das bitte nicht im Gottesmünd?
00:28:17: Für mich war's tatsächlich hilfreich und da bin ich einfach im Zuge der Therapie dort hingeführt worden – Ich bin nicht schuld.
00:28:25: Es ist ein Teil von ihr, warum auch immer.
00:28:27: Das ist der Teil, den die Lehren ihrer Therapie bearbeitet.
00:28:30: Es gibt die Wurzel, wir kennen die Wurtzel.
00:28:33: Ich bin nicht schuld daran, dass mein Kinder Angststörung hat oder irgendeine andere psychiatrische Diagnose.
00:28:40: Man kann sie nur begleiten.
00:28:42: und so wie du schon gesagt hast das Allerwichtigste ist Selbstfürsorge mit Angehörigen sich austauschen wenn es keine Therapie ist.
00:28:49: Es gibt wahnsinnig viele Selbsthilfegruppen wo man untereinander mit Angehörigen in Austausch kommen kann einfach abzugeben Und nicht alles allein halten zu müssen.
00:29:00: Danke Soviel gibt es von deiner Seite was, wo du sagst das hast du bemerkt bei Angehörigen dass das wirklich sehr hilfreich ist.
00:29:08: Ich
00:29:08: komme ja meistens dann mit Angehöregen in Kontakt wenn sie selber Therapie aufsuchen.
00:29:14: Also im Moment sind die dann eigentlich auch selbst schon Patientenrolle, wenn man das dann auch so betiteln möchte.
00:29:22: Und da ist es eben häufig der Punkt wo man guckt okay was ist eigentlich mit dir?
00:29:27: Worum geht's bei dir?
00:29:28: Was sind deine Themen?
00:29:30: und das ist dann denke ich auch etwas was vielleicht einfach auch mal helfen kann zu merken ok ich gucke jetzt mal nicht Was sind meine Anteile an dieser Familien-Situation?
00:29:40: Aber einfach auch, was sind meine Themen, worunter leide ich.
00:29:43: Was ist die Belastung?
00:29:44: Was kann ich daran ändern und wirklich selber so ein bisschen loslassen zu können und Unterstützung zu bekommen?
00:29:52: Deshalb vor allem den Mutterhaben rauszugehen sich das zu öffnen nicht zu denken Ich muss es alleine machen früh familientherapeutische Hilfe anzunehmen gerade wenn die Kinder noch klein sind.
00:30:03: dass man gemeinsam geht findet es oft auch einen Weg, ob man dann in der Familie weitermacht oder ob die Kinder einfach eine Kinder- und Jugendpsychotherapie gehen.
00:30:12: Aber dass man da wirklich ganz früh startet, weil ich meine das kann ja nichts passieren außer dass man sagt ne passt.
00:30:18: Ich glaube vielleicht auch das Wissen, dass es auch finanzielle Unterstützung gibt ist ganz wichtig.
00:30:23: Es gibt die Stellen wo man sich hinwenden kann.
00:30:26: wir sind eben zu unserer BH-Grad zum Gebung gegangen.
00:30:29: Die Therapie lauft über die Kinderjugendwohlfahrt Das heißt sie wird bezahlt.
00:30:33: Wir bekommen die flexibler Hilfe und das ist auch ganz ganz wichtig weil von viel hört man dann ja wir haben kein Geld dafür.
00:30:39: und also das finde ich am sehr wichtigen Punkt.
00:30:43: Danke.
00:30:46: Genau.
00:30:46: Und was mir jetzt vielleicht zuvor noch einfallen ist, als Mama... Also finde ich zum Beispiel und das weiß auch von Freundinnen von mir die Mamas sind, dass man immer sehr streng mit sich selber.
00:30:57: Und diese Strengen einfach ein bisschen aufzulockern.
00:31:01: Nicht so sagen Ich bin kagur der Mama weil mein Kind eine Angststörung hat sondern einfach zu sagen Es ist so wie es ist!
00:31:08: Ich kann sie nur gut begleiten, um dir das Gefühl geben richtig zu sein.
00:31:12: trotzdem
00:31:13: Das ist ein wunderschönes Schlusswort
00:31:15: Danke.
00:31:17: Danke euch für die Erfahrungen, dir geteilt habt sie Expertise und für eurer Offenheit und Zeit.
00:31:24: Danke!
00:31:29: Und danke euch fürs Zuhören.
00:31:30: alle Links- und Infos zur heutigen Folge findet ihr wie immer in den Show Notes.
00:31:35: wenn euch diese Folge geholfen hat dann bitte teilt sie.
00:31:38: vielleicht ist da ja jemand in eurem Leben der genau das jetzt braucht.
00:31:43: tschüss Baba bis zur nächsten Folge.
00:31:45: Untertitel im Auftrag des ZB.
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