Hochsensibel: Zu viel von allem? Wenn Wahrnehmung und Angst sich begegnen

Shownotes

Manche Menschen nehmen Geräusche intensiver wahr, fühlen Stimmungen tiefer und sind schneller erschöpft als andere. Sind sie „zu viel"? Oder einfach anders verdrahtet?

In dieser Folge sprechen wir über Hochsensibilität – ein Begriff, der gerade in den sozialen Medien allgegenwärtig ist, aber medizinisch nicht klar definiert ist. Was steckt wirklich dahinter? Und welche Rolle spielen ADHS, Reizüberflutung und Angst dabei?

Zu Gast sind:

  • Birgit Wieser, Psychologin, Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und Supervisorin mit Schwerpunkt ADHS
  • Daniela, die offen über ihre persönlichen Erfahrungen mit hoher Sensibilität und Angst spricht

In dieser Folge erfährst du:

  • Was Hochsensibilität wirklich bedeutet – und was sie nicht ist
  • Warum rund 20 % der Bevölkerung betroffen sein sollen, aber viele es nie einordnen
  • Wie ADHS sich im Erwachsenenalter „versteckt" – und warum besonders Frauen oft übersehen werden
  • Warum Angst manchmal nur das Symptom ist – und etwas ganz anderes dahintersteckt
  • Wie Daniela gelernt hat, auf ihre Bedürfnisse zu hören, statt einfach durchzuhalten
  • Ab wann es sinnvoll ist, sich professionelle Hilfe zu holen

Die wichtigste Botschaft dieser Folge: Hochsensibilität ist keine Schwäche – sondern ein fein eingestelltes Nervensystem mit besonderen Bedürfnissen. Wer lernt, damit umzugehen, kann daraus eine echte Stärke machen.

Ihr habt euch in dieser Folge wiedererkannt? Dann denkt daran: Ihr seid nicht allein. Es gibt Erklärungen – und vor allem Unterstützung.

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Transkript

Sprecher 1

Die größte Angst war lange Zeit eigentlich, dass mit mir irgendwas nicht stimmt. Also, dass irgendwas nicht richtig ist mit mir. Also, weil ich mich verglichen habe mit anderen oder bemerkt habe, dass mir vieles nahe geht. Und ich habe mich dann gefragt, bin ich zu emotional oder bin ich zu sensibel oder bin ich zu viel?

Sprecher 2

Ist es wie eine Art Persönlichkeitsmerkmal zu sehen und damit eben einhergehend dann eine Sensibilität für Details, zum Beispiel auch eine besondere Empathiefähigkeit, die damit einhergeht. Ja, eine sehr tiefe Verarbeitung von Reizen und das natürlich daraus auch, wenn man sich das jetzt vorstellt, man nimmt alles sehr intensiv war, gerade in unserer heutigen Welt eben auch Konsequenzen Reizüberflutung darstellen kann.

Sprecher 1

Habe dann irgendwann versucht, auf meine Bedürfnisse zu achten, anstatt durchzuhalten, weil das war früher mein Umgang eigentlich. Also ich habe gewisse Situationen vermieden, das habe ich auch oft gemacht, aber ich habe auch eher durchgehalten und versucht mitzuhalten, anstatt dass ich da jetzt meine Grenzen wahrnehme und das habe ich erst später gelernt.

Sprecher 3

Herzlich willkommen zum Podcast 'Keine Angst vor der Angst'. Hier sprechen wir über Angst, offen, verständlich und ohne Tabus. Ich bin Maria Stratner und heute geht es um ein Thema, das viele Menschen beschäftigt, aber oft missverstanden wird: Hochsensibilität. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, Geräusche sind zu laut, Stimmungen anderer zu heftig, der Alltag manchmal einfach zu viel. Doch Hochsensibilität ist keine Diagnose und genau Und da wollen wir heute genauer hinschauen. Welche Rolle spielen ADHS, Reizverarbeitung und das in Verbindung mit Angst und wie fühlt sich das Ganze eigentlich von innen an? Dazu begrüße ich heute 2 Gäste. Zum einen Birgit Wieser, Psychologin, Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie und Supervisorin mit Schwerpunkt ADHS. Schön, dass du da bist. Hallo, hallo und ich begrüße Daniela, die uns ihre persönliche Geschichte mit hoher Sensibilität und Angst erzählt. Hallo, danke, dass du da bist.

Sprecher 1

Hallo, danke.

Sprecher 3

Gut, dann Birgit, meine erste Frage: Hochsensibilität, das ist ja ein Begriff, den benutzen sehr viele, aber er ist medizinisch nicht klar definiert. Was meinen denn jetzt die Menschen meistens, wenn sie sagen, ich bin hochsensibel.

Sprecher 2

Mhm, also diese Frage stell ich tatsächlich auch genauso meinen Patientinnen, wenn sie zu mir mit dem Thema in die Praxis kommen und eben sagen, ich, ich ich glaub, ich bin hochsensibel und ich mach das eigentlich immer so, dass ich mir das erstmal schildern lasse, also erklären lasse, was sie damit eigentlich genau selber in erster Linie meinen und was sie da sozusagen für 'ne Vorstellung auch von haben. Denn dadurch, dass der Begriff Hochsensibilität ja auch 'ne gewisse mediale Präsenz bekommen hat, auch insbesondere durch soziale Medien, gibt es ja auch 'ne bestimmte Vorstellung davon. was das ist und was es nicht ist. Und da ist es halt wichtig auch zu gucken, was wird da sozusagen auch drin gesehen und gerade auch natürlich im Kontext der Psychotherapie wichtig zu gucken, ob es vielleicht noch mehr gibt als das. Also was vielleicht auch noch da dahinter stecken könnte. Ja, grundsätzlich ist es so, dass die Hochsensibilität eigentlich 'n psychologisches Konstrukt ist und auf die Psychologin Elaine Aron zurückgeht, die den Begriff eben in den 90er Jahren ins Leben gerufen hat. Und die Theorie dahinter meint, dass man eben davon ausgeht, dass Menschen unterschiedlich sensibel sind, grundsätzlich mal. Und eben die hochsensiblen Menschen, das betrifft in etwa 20% der Bevölkerung, davon geht man aus, eben besonders empfindsam sind für Sinnesreize oder auch oder und auch soziale Signale zum Beispiel. Genau das ist jetzt vielleicht erstmal so allgemein. Was man vielleicht auch noch erwähnen muss, ist dass der Begriff eben auch mit einer gewissen ja Kritik oder auch Bewertung einhergeht noch. Also das gerade im Fachbereich ist ein Stück weit umstritten ist, weil es halt keine Diagnose zum Beispiel darstellt und es einfach auch immer noch nicht so richtig ja fundierte Kriterien gibt, es irgendwie einzuordnen, was ist das eigentlich genau. Also nicht so richtig messbar und es gibt auch genau einen Fragebogen eigentlich auch dazu aus den 90er Jahren, der eben von der besagten. Elaine Aaron entwickelt wurde und viel mehr auch nicht so.

Sprecher 3

Aber das ist extrem interessant, dass es so ein hoher Prozentsatz ist, oder dass das und vor allem, dass es erst jetzt so großes Thema, also in meiner Wahrnehmung, wie du schon gesagt hast, in den sozialen Medien, erst jetzt so präsent geworden ist, super spannend, total, ja, mhm. Und so, wie du es beschreibst, ist es ja, wir kommen dann gleich noch darauf, ob es jetzt ein Oberbegriff sozusagen für andere Dinge auch ist, Aber so wie du es beschreibst, ist es ja nicht nur etwas, das einen jetzt beschäftigt, sondern auch eine sozusagen eine Superpower, wenn man empfindsamer ist für Dinge und Stimmungen. Also so könnt man es ja auch deuten.

Sprecher 2

Ja, also das kann man ja auch so sowohl als auch betrachten, sozusagen. Also grundsätzlich kann man auch sagen, es ist wie eine Art Persönlichkeitsmerkmal zu sehen, ja, dass Dinge anders verarbeitet werden als vielleicht jetzt von der Norm sozusagen. Superpower, da wollt ich, das werd ich tatsächlich auch noch aufgreifen wollen, weil es auch immer so 'n bisschen kritisch ist. Also klar, steckt da viel Positives drin, aber genauso halt auch viel Herausforderung, die damit einhergehen kann.

Sprecher 3

Mhm, mhm, aber das heißt, es ist keine Diagnose, es kann sozusagen ein Oberbegriff sein.

Sprecher 2

Mhm, also eben zum Beispiel als Persönlichkeitsmerkmal zu betrachten, als Oberbegriff, Hochsensibilität als Persönlichkeitsmerkmal und damit eben einhergehen, dann eine Sensibilität für Details zum Beispiel. auch eine besondere Empathiefähigkeit, die damit einhergeht. Ja, eine sehr tiefe Verarbeitung von Reizen, von Dingen, die wahrgenommen werden, auch sehr emotional verbunden. Und aber auch, und das ist schon das, wo ich so ein bisschen hin wollte, mit der Superpower quasi, das natürlich daraus auch, wenn man sich das jetzt vorstellt, man nimmt alles sehr intensiv war, gerade in unserer heutigen Welt eben auch Konsequenzen Reizüberflutung darstellen kann. und die Reizüberflutung, also zum Beispiel durch ja bestimmte Reize wie Licht, ja und Geräusche, das einfach viel intensiver wahrgenommen wird und schnell einfach zu einer Überforderung dann auch kommen kann und grundsätzlich auch Menschen mit einer hochsensibleren Verarbeitung davon berichten, dass sie generell sich auch schneller gestresst empfinden oder auch überfordert sind. Es ist weder 'ne Störung, es ist weder 'ne Schwäche, noch ist es 'ne Superpower in dem Sinne, sondern es hat halt jeder Aspekt seine ja guten und schlechten Seiten sozusagen. Was vielleicht auch noch ganz spannend ist, dass die Hochsensibilität eben auch 'n Teilaspekt sein kann von anderen Störungsbildern oder Bereichen eben wie zum Beispiel dem Autismus Spektrum. oder aber auch der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, bei der eben ebenfalls eine erhöhte Sensibilität für Reize vorhanden ist. Was man da aber so klar sagen muss, um das auch an der Stelle schon zu trennen, das bedeutet jetzt nicht, dass wenn man hochsensibel ist, auch gleichzeitig irgendwie von A.D.H.S. betroffen oder im Autismus-Spektrum, weil gerade jetzt zum Beispiel bei A.D.H.S. die typischen Merkmale wie Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität oder Hyperaktivität. nicht so vorhanden sind, zum Beispiel.

Sprecher 3

Und ADHS ist ja ein Schwerpunkt von dir in deiner Arbeit. Wie hängt denn jetzt ADHS mit dem Gefühl von Reizüberflutung zusammen?

Sprecher 2

Genau, also bei ADHS ist es ja so, dass im Grunde sämtliche Umgebungsreize eigentlich ungefiltert einstürmen, also dass sozusagen das Filtersystem nicht so funktioniert, wie vielleicht bei der Norm das der Fall ist. Das heißt einfach, dass viel mehr auch wahrgenommen wird, dass dadurch 'ne viel höhere Ablenkbarkeit auch besteht und eben wirklich 'ne Schwierigkeit, sich dann auf Details zu konzentrieren und dabei zu bleiben. So kann dann Wichtiges von Unwichtigem oftmals schwer unterschieden werden, auch und das führt dann auch letztendlich dazu in weiterer Folge, dass es zu einer Überreizung kommt, also des gesamten Nervensystems. und eben auch diese Überforderungsreaktion darauf. Resultat ist letztendlich genauso wie bei der Hochsensibilität eben eine höhere Stressanfälligkeit und damit einhergehend auf lange Sicht auch ein erhöhtes Risiko, zum Beispiel in eine Depression zu kommen, wenn noch andere Faktoren dazu kommen oder eben auch Ängste zu entwickeln.

Sprecher 3

Ah, Daniele, ich würd dich jetzt gerne fragen, wie du als Person, die du dich als hochsensibel beschreibst, wie du das wahrnimmst? Also, wie fühlt sich das für dich an, wenn du uns das beschreiben kannst?

Sprecher 1

Ja, ich für mich fühlt sich die Hochsensibilität an, als würde ich die Welt intensiver wahrnehmen, so als würde mein Nervensystem einfach intensiver reagieren, eben auf so Reize, wie schon genannt, von außen wie Geräusche, Gerüche oder auch die Lichtverhältnisse. Also, das nehme ich schon intensiver wahr und was, was, was ich auch wahrnehme, sind halt meine eigenen Empfindungen. Also, die meine Innenwelt nehme ich auch deutlicher wahr. Also, meine Gefühle oder eben auch Stresssignale, ja, so wie jetzt gerade, dass ich meinen Herzschlag intensiv spür, all das, ja, spür ich einfach ganz deutlich und das ist zum einen eben ganz schön, weil man ja intensiv dadurch auch die Welt wahrnimmt und das auch erlebt körperlich. Aber es kann natürlich auch total überfordern. Oder auch wenn ich die Symptome irgendwie falsch deute oder also mich zu sehr reinsteigere in irgendwelche Körpersymptome, dann können da auch Ängste entstehen.

Sprecher 3

Vielleicht ganz kurz, wann hast du das für dich so eingeordnet, dass du gesagt hast, ich, ich habe das Gefühl, ich bin hochsensibel, bin vielleicht ein bisschen sensibler als andere Menschen in meiner Umgebung.

Sprecher 1

So richtig einen Zeitpunkt habe ich da jetzt nicht, kann ich da jetzt nicht festlegen. Ich habe einfach prinzipiell gemerkt, dass ich stark fühle und stark empfinde und habe mich halt dann auch verglichen mit anderen und habe mich dann gefragt, ja wieso bei anderen, also wieso manche andere das leichter wegstecken oder nicht so intensiv spüren. Ja, aber so einen richtigen Zeitpunkt gab es da jetzt nicht. Ich habe. das schon mein ganzes Leben lang, glaube ich. Ja, also schon als Kind habe ich, wenn ich meine Tagebücher lese, habe ich da scheinbar schon intensiv gefühlt und Emotionen stärker wahrgenommen und habe das niedergeschrieben und ja, habe auch Ängste wahrscheinlich schon früh gehabt. Ja.

Sprecher 3

Welche Ängste haben dich da zum Beispiel begleitet in dem Zusammenhang oder was sind das für Ängste, die dann auftauchen?

Sprecher 1

Die größte Angst war lange Zeit eigentlich, dass mit mir irgendwas nicht stimmt, also dass irgendwas nicht richtig ist mit mir. Also weil ich mich verglichen habe mit anderen oder bemerkt habe, dass mir vieles nahe geht. Und ich habe mich dann gefragt: Bin ich zu emotional oder bin ich zu sensibel oder bin ich zu viel? Also ich habe wirklich Selbstzweifel auch entwickelt, also mich in Frage gestellt und die anderen Ängste, die dann auch dazu gekommen sind, waren eben in Bezug auf meinen Körper. Also, dass ich meine Stresssignale oder ganz normale Körperempfindungen überinterpretiert habe und mich dann zu sehr auch vielleicht, ich hab dann zu sehr schon hinein gespürt und zu viel hinein gefühlt, dass ich dann schon alle möglichen Empfindungen als als Bedrohung erlebt hab oder halt interpretiert hab. Und da ist dann auch eine Krankheitsangst entstanden. Also, ich muss immer wieder gut aufpassen, dass ich mich selber reguliere und dass ich das nicht überinterpretiere und meine Reize auch selber filtere, sozusagen.

Sprecher 3

Und wie hast du das gelernt? Also, dass das wirklich erstens einmal, dass du erkennst, für dich OK. offenbar bin ich hochsensibel und wie gehe ich damit um? Hast du dir da professionelle Hilfe geholt oder hast du dir das selbst angeeignet?

Sprecher 1

Ja, ich hatte schon auch professionelle Hilfe, aber ich habe auch viel dazu gelesen und als das Thema irgendwie, ja, es es da habe ich mich dann mehr informiert zu diesem Thema, als es dann in den Medien war und habe dann irgendwann versucht, auf meine Bedürfnisse zu achten, an anstatt durchzuhalten, weil das war früher mein Umgang eigentlich. Also ich habe gewisse Situationen vermieden. Das habe ich auch oft gemacht, aber ich habe auch eher durchgehalten und versucht mitzuhalten. Also es war eher so mein mein Modus funktionieren und mich in irgendwas hineinpressen und mich anzupassen, anstatt dass ich da jetzt meine Grenzen wahrnehme. Und das habe ich erst später gelernt, dass ich dann wirklich 8 gebe auf mich oder auch achtsam bin mit mir und mit meinen Gefühlen und bewusst Pausen einplane oder mich zurückziehe. Also jetzt versuche ich eher wirklich gut meinen Weg zu gehen, anstatt mich irgendwo hinein zu pressen, was mir nicht gut tut.

Sprecher 3

Du hast gesagt, du hast auch gewisse Situationen vermieden aus Angst oder Überforderung. Was waren das zum Beispiel für Situationen?

Sprecher 1

Ja, das waren Situationen, wo ich wusste, dass es ganz stressig wird. Also, da war dann Rückzug und Vermeidung, das waren so meine Schutzstrategien früher, weil ich einfach mit dem Stress schwer zurecht gekommen bin und mich diese Stresssymptome, diese körperlichen, sehr gestresst haben, sozusagen. Ja, aber wie gesagt, das war nicht immer die Strategie, also es war eher das Durchhalten, das Problem. Und da habe ich dann auch gemerkt, dass mich das erschöpft und auslaugt, wenn ich da irgendwas mache, was mir nicht gut tut.

Sprecher 3

Birgit, was passiert denn oder wie verändert es sich, wenn jetzt Menschen sich einordnen oder diese Einordnung oder Zuordnung Hochsensibilität bekommen?

Sprecher 2

Mhm, also grundsätzlich nehm ich das so wahr, jetzt auch aus der Praxis heraus, dass vielen Menschen in erster Linie mal auch einen Halt gibt, also und auch ein ein Verständnis dafür. du hast es jetzt auch so beschrieben, also so dieses in erster Linie mal an sich selber dann zu zweifeln und zu überlegen, so bin ich, bin ich irgendwie falsch, was ist mit mir so anders und weil so dieser starke Wunsch da ist, sich irgendwie einzuordnen, zuzuordnen oder auch generell dazuzugehören und dafür einen Begriff zu haben oder irgendwie ja etwas, wo das eingeordnet werden kann, letztendlich hilft auf jeden Fall schon mal enorm. und gibt irgendwie so 'ne Legitimation quasi vielleicht auch dazu, dass das alles so richtig ist und sein darf, wie es ist und auch letzt natürlich auch sich selber immer noch besser zu verstehen. Ich find, du hast es gerade auch ganz schön beschrieben, wie so der Weg dann war, also immer mehr auch über die Begrifflichkeit sozusagen zu erfahren, sich irgendwie anzulesen und dann auch immer mehr auch und besser zuordnen zu können, welche Bedürfnisse stecken da eigentlich für mich persönlich dahinter und was kann ich irgendwie verändern, damit es für mich dann irgendwie gut passt und. sich eben nicht krampfhaft an das anzupassen, was da am Außen ist, sondern an die Umgebung eben so zu gestalten, dass sie irgendwie gut wird und und gesund auch bleibt und eben im Bestfall auch wegzukommen von so einer, ja was ich eingangs meinte, auch irgendwie so einer dann abwertenden Haltung, die da vielleicht dann auch so mitschwingt.

Sprecher 3

Mhm, Daniela, ist es eigentlich hilfreich, wenn weil wir haben am Anfang hat die Birgit erwähnt, dass das ja auf den sozialen Medien jetzt so stark Thema ist, Ist es hilfreich, wenn jetzt viele Menschen berichten, wie es quasi ihnen geht mit dem Thema, oder ist das für dich eher so, dass du sagst: 'O.K., das brauche ich eigentlich gar nicht, dass ich das von wem anderen lese, sondern ich beschäftige mich eh mit mir selbst.'?

Sprecher 1

Na, das hat mir schon auch geholfen, dass ich sehe, O.K., da sind viele betroffen und auch was die anderen so geschildert haben, wie es denen so geht und wie die das so erleben. Also das hat mir schon geholfen und so wie die Birgit jetzt auch gerade gesagt hat, also. Was auch eine riesen Entlastung für mich war, war eben diese Selbstannahme, dass ich mich akzeptier mit meinen Bedürfnissen, mit meinen speziellen und dass mein Nervensystem einfach ein bisschen sensibler ist. Und dadurch, ja, hab ich halt einfach einen spezielleren Umgang mit mir und das war wirklich eine riesen Entlastung, als ich angefangen hab, mich mit dem Thema zu beschäftigen und dass ich auch ja gewusst hab, OK, es ist alles mit mir sozusagen in Ordnung und ich fühl einfach intensiver und das ist ja auch schön.

Sprecher 3

Mhm, wenn jetzt aber 20 Prozent oder ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, dann denk ich mir, da muss es ja ganz viele Menschen geben, die eigentlich für sich jetzt diese Zuordnung noch nicht bekommen haben oder noch nicht gemacht haben. Das ist ja auch voll spannend, oder? Also, vielleicht braucht es auch nicht für jeden die Zuordnung, oder? Oder unter Umständen fühlt man sich vielleicht immer irgendwie falsch das ganze Leben lang, weil man sich nie damit beschäftigt hat, was das eigentlich sein könnte.

Sprecher 2

Ja, oder aber man hat auch vielleicht das Glück, von vornherein oder folgt zu dem Intuitiven in den Bereich zu kommen, der zum Beispiel jetzt beruflich sich wahnsinnig gut damit auch fügt. Also, ich glaube mich jetzt zu erinnern, dass eben dieser Fragebogen von der Elaine Aron. nämlich auch sozusagen definiert wurde oder erhoben wurde der Inhalte mit Künstlerinnen. Mhm, also das heißt so der kreative Bereich quasi, wenn man da auch sehr ja hochsensibel wahrnimmt, reagiert, empfindet das ja auch in einen guten Einklang kommen kann sozusagen und damit auch nicht unbedingt vielleicht eine Superpower, aber ein gutes Werkzeug auch sein kann und vielleicht dadurch auch zum Beispiel, dass nicht so eine Präsenz oder auch einen Leidensdruck zum Beispiel kreiert.

Sprecher 3

Also eine Frage noch, weil wir natürlich unser Hauptthema immer die Angst ist, so ja auch der Titel des Podcasts. Erlebst du häufig, dass jetzt Patientinnen und Patienten zum Beispiel wegen der Angst kommen oder Angst eine Symptomatik ist und dann steckt eigentlich was ganz was anderes dahinter? Also zum Beispiel Hochsensibilität, zum Beispiel A.D.H.S.

Sprecher 2

Genau, auf jeden Fall tatsächlich. Also das kommt immer wieder vor. es muss nicht immer so sein, aber es ist schon so, dass es nicht untypisch ist in der Psychotherapie, dass es irgendwie, ja, dass es einfach so bestimmte Symptome gibt, eben wie zum Beispiel Ängste oder auch Panikattacken, die erstmal so obenauf liegen. Ich find das dann immer ganz spannend, wenn eine Person schon eine recht lange, ja, ein langen Leidensweg, eine lange Krankheitsgeschichte auch schon hinter sich hat, auch viel ausprobiert wurde, auch schon psychotherapeutisch, und die Angst irgendwie nicht so richtig weggehen will. Das ist für mich immer so ein bisschen so ein, Indiz vielleicht schon oder so ein gewisser Hinweis darauf, dass da noch was anderes dahinter liegt, was einfach nicht gesehen wird. Und wenn man jetzt annimmt, das ist eine Hochsensibilität, nicht als Diagnose, aber einfach ein hochsensibles Verarbeiten oder auch eben eine ADHS zum Beispiel, dann kann das natürlich enorm viel Veränderung reinbringen, wenn es erkannt wird. Dafür braucht es tatsächlich auch eine gewisse Sensibilität, weil leider ADHS sich auch schön verstecken kann. eben nicht so diese klassischen Bilder, die man vielleicht noch so hat, vorherrschend sind. Das heißt auch von ja therapeutischer Seite aus muss da 'ne gewisse Sensibilität für sein, dass es das vielleicht auch geben könnte im Hintergrund. Und wenn das aber nicht erkannt wird, dann kann man da ewig an der Angst arbeiten und die geht sozusagen nicht weg. Und wenn es erkannt wird, dass da was dahinter liegt, dann kann es eben natürlich auch entsprechend verstanden und zugeordnet werden und dann auch entsprechend behandelt natürlich. aber man kann auch sagen, es ist eben irgendwo auch das Gute an der Angst, also die ist wie so ein Mobilisator und die ist hartnäckig und ich find das immer ganz wichtig, den Sinn der Angst auch zu hinterfragen.

Sprecher 3

Das heißt, die Angst ist quasi nur das Symptom und die Ursache dahinter ist irgendwas anderes, was darunter liegt, zum Beispiel. O. K., warum wird jetzt, du hast es kurz jetzt angesprochen, A. D. H. S. tarnt sich, oder wie hast du es jetzt gesagt?

Sprecher 2

Ja, versteckt sich sogar, wie wie?

Sprecher 3

Kann man sich das vorstellen, was sind da, wie versteckt sie sich in anderen Modi quasi?

Sprecher 2

Mhm, da könnt ich, glaub ich, sehr viel jetzt drüber zu reden. Also genau, grundsätzlich ist es ja so, dass es, dass auch die ADHS gerade eine recht mediale Präsenz bekommen hat durch die sozialen Medien. da aber leider oftmals auch irgendwie nicht so richtige Bilder kreiert werden, sozusagen. Aber immerhin ist mehr Präsenz mal da, auch dafür. Man hat halt einfach den den Wissensstand vor ja 1020 Jahren noch gar nicht gehabt, den man halt heute hat. Und man ging eben davon aus, dass A.D.H.S. jetzt hauptsächlich Jungs betrifft, also sogar klassisch Zappelphilipp und dann irgendwann, ja so mit Ende der Schulzeit, ist es weg und wächst sich aus. Jetzt ist es aber so, dass man halt immer mehr in den letzten Jahren erlebt, dass auch auf einmal Erwachsene mit bestimmten Themen in in Therapien kommen, Hilfe suchen und sozusagen auch die Diagnosen im Erwachsenenalter präsenter werden und damit eben auch das Bewusstsein dafür, dass es eben nicht einfach verschwindet, zum einen, und dass es aber vor allen Dingen sich auch unterschiedlich zeigen kann. Also bedeutet jetzt zum Thema tarnen oder verändern auch, dass im Kindesalter vielleicht die Hyperaktivität, das ist natürlich auch immer schwer zu differenzieren, welches Kind, also ein lebendiges Kind, ist jetzt hyperaktiv oder ist einfach auch Kind so, aber dass da vielleicht noch ein bisschen klarer zu sehen ist, dass es schwer fällt, sitzen zu bleiben und irgendwas konsequent abzuschließen. Bei erwachsenen Menschen ist es so, dass es sich zumeist nach innen verlagert, das heißt, es ist nicht mehr sichtbar. und es geht dann eher auf der Ebene weiter, dass zum Beispiel Hyperaktivität sich in Gedankenkarussell zeigt oder viele Menschen beschreiben das auch wie so, keine Ahnung, 20 Bahnen, die nebeneinander laufen und Gedanken, die hin und her springen und so ein, ja auch, das kenn ich auch, ja und das ist aber genau, also da muss man natürlich aufpassen, ich glaube, da fühlen sich auch viele Menschen schon in unserer heutigen generell reizüberflutenden Zeit auch angesprochen, aber es ist tatsächlich was, was auch überhaupt nicht aufhört. Also es ist, es geht von einem ins andere und es, es gibt einfach keine so wirkliche Ruhe und wenn Ruhe da ist, ist die ja auch schwer auszuhalten. Also es ist so, da brauchst halt wirklich 'n bisschen, bisschen mehr auch dahin zu schauen und also oder auch so dieses Gefühl, ständig von einem Motor angetrieben zu sein und das hört halt einfach nicht auf und genau. Also und das ist aber etwas, das sieht ja niemand von außen. Das heißt, man kann auch da hoch funktional sein, seinen Job machen, Familie, was auch immer und das ist etwas, wo sozusagen von der Gesellschaft aus drauf blickend, ja, ja, du hast A. D. H. S., aber das, du machst doch alles oder du, du bist ja gar nicht unruhig oder so und das meine ich eben mit diesem, das versteckt sich so ganz gut und da muss man halt auch wieder die Sensibilität haben zu sehen, dass die natürlich im Erwachsenenalter wenn man davon ausgeht, und das muss man, dass es schon in der Kindheit begonnen hat, dann werden natürlich Bewältigungsstrategien entwickelt, weil man muss ja irgendwie überleben. Also du hast es jetzt auch beschrieben, so mit dem, und ich hab über die Jahre so mich selber dann auch besser kennengelernt und gelernt, O. K., was will ich mich aussetzen und was nicht, was ist für mich zu viel, zu wenig. Und genauso ist es im Prinzip recht ähnlich bei A. D. H. S. und das meistens auch interessanterweise gar nicht so bewusst, weil viele wissen es ja auch gar nicht, sondern dann unbewusst einfach Strategien schon entwickelt werden, um mit bestimmten Herausforderungen einfach umzugehen. Und das finde ich so spannend, wenn dann eben Menschen in die Therapie kommen mit na jahrelangen Depressionen als Grund auch und dann eben vielleicht sich herausstellt, da ist eine ADHS, die nicht diagnostiziert wurde bisher und die übersehen wurde aufgrund von so einem hochfunktionalen Verhaltensmuster. dass das dann für die Betroffenen auch erkannt wird, dann anhand des Wissens, was da eigentlich die Erklärung für ist, für vieles zu sehen, dass das ja vielleicht teilweise schon Bewältigungsstrategien waren, die sie da irgendwie an den Tag gelegt haben. Und ja, das ist eigentlich auch und das ist ganz oft der Fall, in eine sehr hohe Leidensfähigkeit gibt, die entwickelt wurde, aufgrund dessen vieles gar nicht gesehen wird, was vielleicht im Vergleich zu anderen ja gar nicht so selbstverständlich ist. Also es ist jetzt sehr abstrakt, aber vielleicht auch noch als Beispiel, was nämlich auch noch mehr übersehen wird, sind und wurde auch schon in der Vergangenheit Mädchen und Frauen im Speziellen, weil ja auch einfach schon gesellschaftlich mitgegeben, Mädchen ja immer schön brav und ruhig sein sollen und das Bild ist leider auch heutzutage, finde ich, immer noch nicht ganz so anders geworden und diese Erwartungshaltung, dieser Druck und dieses, also so viel auch schon mit einwirkt, dass Mädchen mit A. D. H. S. in der Regel auch übersehen werden, weil die eben nicht auffällig sind, großartig in der Schule, also meistens, also auffällig, unauffällig sind und damit aber durchs Raster fallen. Und das zieht sich natürlich später weiter und dieses, dieses brav angepasst sein, daraus wird dann im Erwachsenenalter halt, du hast es eben, find ich, auch gut beschrieben, kann man auch wieder drauflegen, nämlich mit dem, meine Strategie war eigentlich mehr so dieses Durchhalten, also das Anpassen, mitzuhalten, genau und das ist halt so, das im Grunde das Maskieren sagt man auch bei bei A. D. H. S., also dass man sozusagen halt auch für jede Situation, für jeden Kontext 'ne passende Maske aufsetzt und eben auch das People Pleasing, also sich sozusagen an die Bedürfnisse der anderen anzupassen und dabei, also wenn man sich das halt einfach mal so in Ansätzen nur vorstellt, kann natürlich natürlich auf Dauer enormer Leidensdruck entstehen. Ja, und eben auch zum Beispiel Ängste oder auch andere Folgeerkrankungen. Ja, weil einfach im Grunde ja der Bezug zu sich selber total verloren geht, auch oder wer bin ich überhaupt?

Sprecher 3

Also, was ich sehr spannend gefunden, was du vorher kurz angesprochen hast. Also, ich hab alles spannend gefunden, was du gesagt hast, aber jetzt im Speziellen, wo ich noch drauf eingehen möchte, ist in unserer reizüberflutenden Welt ist das, ist die Thematik ja noch einmal eine ganz andere oder eine akutere, weil wenn ich jetzt schon hochsensibel bin und ich mein, diese Reizüberflutung, der wir jeden Tag ausgesetzt sind, mit der hat ja ohnehin jeder unfassbar zu kämpfen. Jetzt kommt es noch einmal dazu und dann auch alles, was man jetzt sozusagen über. aktuelle Medienberichterstattung, wenn es drum geht, ja, die aktuellen Ereignisse, die uns gerade beschäftigen, wie geht es dir damit?

Sprecher 1

Na, da muss ich eben wirklich gut auf auf meine Grenzen achten. Also, ich versuche auch nicht alle Medien, also nicht alles zu konsumieren, weil es ist ja alles eigentlich ein Konsumieren, dieses Negative, diese ganzen negativen Medien und also ich habe irgendwann angefangen damit aufzuhören, auch mit diesen Kurzvideos. Also das, das, das ist alles irrsinnig stressig für mich und ja, ich habe bewusste Handy-Pausen zum zum Beispiel, ja, also dass ich da wirklich in der Früh und am Abend ganz bewusst das Handy weglege und das macht schon irrsinnig viel. Also das hilft mir schon sehr, dass ich da eine innere Ruhe bekomme, weil sonst ist das alles wirklich zu viel und ich merk es dann, dass ich müde bin, gereizt, Kopfweh hab. Also man muss da echt gut aufpassen.

Sprecher 3

Und wahrscheinlich lernt man es ja erst, oder wenn man sich selbst ein wenig besser kennenlernt oder dass man weiß, wo ist eigentlich meine Grenze, weil kann man vorstellen, wenn man vor allem, wie du es vorher beschrieben hast, wenn man immer versucht, im gleichen Setting wie jeder andere mitzuwirken, dann wird es halt wirklich schwierig.

Sprecher 1

Na, da hab ich meine Grenzen nicht, also ich hab es schon gespürt, so ein bisschen, dass ich jetzt vielleicht müde werd oder aber nein, ich hab eigentlich solche Signale gar nicht ernst genommen früher. Ich hab das eher ignoriert und bin über meine Grenzen gegangen. Ich hab es dann nachher halt gemerkt, dass ich krank werd oder erschöpft bin. Ja, also das habe ich dann erst im Nachhinein bemerkt. Und dann irgendwann, als der Körper mir immer mehr Signale geschickt hat und dann konnte ich es nicht ignorieren und dann, ja, jetzt mache ich halt bewusst einfach diese Pausen und was, was mir halt gut tut und ja, Selbstfürsorge ist ein wichtiges Thema.

Sprecher 3

Irgendwann ist denn der Zeitpunkt, wo man sagt, jemand sollte sich professionelle Hilfe holen, wo es, wenn es jetzt wirklich mit der Hochsensibilität einfach auch im Alltag vielleicht schwierig wird.

Sprecher 2

Ja, also grundsätzlich dann, wenn auch 'n Leidensdruck entsteht. Also das heißt aber auch im Alltag, wenn es schwierig wird, wenn wenn einfach ja die Tätigkeiten oder auch alles, was mit dem Alltag letztendlich so zusammenhängt, auch nicht mehr wirklich so bewältigt werden kann und das einfach auch zur. einer deutlichen Grenze kommt. Aber auch, wie du vorhin schon gesagt hast, so dieses Rückzugs und Vermeidungsverhalten. Also ich find das, da muss man auch mal so ein bisschen differenzieren zu, wann ist es auch sinnvoll, sich zurückzuziehen und auch bewusst zu vermeiden und wo kommt aber dann der Punkt, wo es vielleicht überhandnimmt und dadurch dann zum Beispiel wirklich Wichtiges vermieden wird oder auch Sozialkontakte drunter leiden oder auch so was wie Prüfungsängste, dann Prüfungen ständig abgesagt werden, also wo sozusagen auch wirklich Konsequenzen entstehen, die irgendwie gravierender sind, dann ist es auf jeden Fall sowieso sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen, aber ich find es generell ehrlich gesagt immer gut und wichtig, sich irgendwie unterstützen zu lassen und es braucht auch keinen hohen Leidensdruck, um das zu tun, also. einfach auch, wenn ich mich angesprochen fühle und irgendwie glaube, ich bin irgendwie in diesem Spektrum, ich hab 'ne höhere Sensibilität als andere, ich würd das einfach gern besser verstehen, ich würde gerne lernen, wie ich mit Situationen umgehen kann, wie ich mit unserer Welt umgehen kann. Also hast du ja auch gerade gesagt, Marie, also dieses, wir leben in so einer Gesellschaft und in so einer Welt, wo es so darauf ankommt, sich abzugrenzen von all dem, was da auf einen einströmt und wirklich gut auf sich aufzupassen. und da ist es immer sinnvoll, sich auch irgendwie besser selber zu verstehen und zu gucken, was brauche ich und was brauche ich einfach auch nicht mehr und ja, sich da auch helfen zu lassen.

Sprecher 1

Ist ja auch spannend, wenn man sich selber besser kennenlernt und ja, und sich versteht, kann ich gut auch auf mich und auf meine Bedürfnisse eingehen.

Sprecher 3

Ja, absolut.

Sprecher 1

Eine professionelle Unterstützung ist immer immer wichtig, kann immer nur Gutes tun.

Sprecher 3

Und vor allem auch, dass man früh genug, wie du richtig gesagt hast, dass man früh genug schon erkennt, aha, jetzt komme ich quasi, da kommt jetzt irgendwas, das wird jetzt vielleicht zu viel und ich weiß schon, O. K., jetzt kann ich den Schritt setzen.

Sprecher 1

Genau, jetzt habe ich halt meine Werkzeuge und meine Strategien und kann ja entsprechend dann reagieren. Wenn ich merke, es wird mir zu viel oder wenn ich merke, es tut mir irgendwas nicht gut, dann dann mache ich das nicht mehr, dass ich da durchhalte.

Sprecher 3

Ich hätte am Schluss noch an eine Frage an euch beide: Was ist denn aus eurer Sicht die wichtigste Botschaft, die jetzt Hörerinnen und Hörer mitnehmen sollten zum Thema Hochsensibilität? Also alle, die heute zugehört haben, was wären so eine Message, die man vermitteln könnte, vielleicht auch an Menschen, die jetzt überlegen: 'O.K., betrifft mich das oder da kenne ich mich jetzt wieder?'.

Sprecher 1

Also ich finde, das ist ganz wichtig, dass also Hochsensibilität ist keine Schwäche, sondern ein fein eingestelltes Nervensystem und ja, das hat bestimmte Bedürfnisse. Und wenn ich damit gut umgehe und wenn ich dann also wirklich Werkzeuge habe und lerne, damit gut umzugehen mit diesem Nervensystem, dann kann das zu einer irrsinnigen Stärke auch werden. Also das ist schon etwas, was auch wie gesagt, eine eine Superpower, auf jeden Fall ist es was Positives, auch ja, trotz der Belastungen, aber ich muss nur lernen, damit umzugehen.

Sprecher 2

Mhm, mhm. Ja, und auch irgendwo wegzukommen von diesem schablonenhaften Denken in dieser, in dieser Norm hinein, also dass, dass alle da so funktionieren, sondern dass eben Wahrnehmen und Verarbeiten neurodivers ist. Also Und ich find, das ist irgendwie 'n großer Schritt dahin in ja auch in der Akzeptanz erstmal, dass es so ist, dass Menschen unterschiedlich Informationen verarbeiten, nicht alle gleich sind. Es ist vielleicht noch abschließend ganz interessant, dass eben auch die besagte Psychologin diese Metapher verwendet hat, nämlich dass sozusagen die Hochsensibilität verbunden wird mit der Orchidee als als Metapher so und die ja auch sehr, sehr viel Fürsorge und gute Bedingungen braucht, um überleben zu können oder auch aufzublühen. und dass wir ja auch wir Menschen sehr gut darin sind, in der Regel uns um die Bedingungen von Pflanzen zu kümmern, wie die irgendwo, wo die, wie die stehen sollen, was die brauchen, aber offenbar ja noch etwas blind darin sind zu sehen, dass Menschen das auch genauso brauchen und das ist eigentlich absurd, also dass man sozusagen da mehr mehr Sensibilität und Mitgefühl mit der Pflanzenwelt hat und ein Wissen und aber beim Mensch da so eine Schablone drüber legt und alle müssen da irgendwie reinpassen und wenn sie es nicht tun, dann ist es irgendwie verkehrt oder dann fühlen sie sich verkehrt. Das heißt eigentlich im Grunde finde ich es als Message wichtig, dass man echt wegkommen muss, was du auch gesagt hast von diesem, ich muss mich krampfhaft irgendwie in diese Umgebungsfaktoren rein pressen, sondern ich, ich muss dahin kommen, dass ich mir die Umgebung so schaffe, dass sie für mich, für die Bedürfnisse, die ich habe, auch gut passt und dass ich langfristig gesund bleiben kann.

Sprecher 3

Und jede Pflanze fühlt sich bei einem anderen Licht und in einer anderen Umgebung. Das ist ein schönes Bild. Mhm, das nehme ich mit.

Sprecher 2

Danke, gerne.

Sprecher 3

Vielen Dank. Und wenn ihr euch in dieser Folge wiedererkannt habt, dann die Message: Ihr seid nicht allein. Ob Hochsensibilität oder A.D.H.S., es gibt Erklärungen und es gibt vor allem auch Unterstützung. Danke an euch beide für dieses schöne Gespräch und danke an euch fürs Zuhören. Ciao und bis zum nächsten Mal.

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